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Montag, 11. November 2019

Verantwortung - Wofür bin ich verantwortlich?


In meinen Einführungen geht es oft um die Frage, wofür ich als Mensch in meinem Alltagsleben, in meinen Beziehungen, verantwortlich bin.
 Meine Antwort darauf ist: Ich bin verantwortlich für das, was ich sage und tue. Ich bin nicht verantwortlich für Deine Reaktion darauf und dafür, wie es Dir mit dem, was ich gesagt oder getan habe, geht. Ich bin dann allerdings wieder dafür verantwortlich, wie ich mit Deiner Reaktion umgehe.

Und wenn ich sage, dass ich nicht verantwortlich dafür bin, wie es Dir mit dem, was ich sage oder tue, geht, heißt das nicht, dass ich mich nur um mich kümmere und dass Du mir egal bist. Dieser Satz befreit mich nur von der Verantwortung für DICH. Gleichzeitig sagt er, dass eben ICH und auch NUR ich verantwortlich dafür bin, was ich tue oder sage. Genauso, wie auch DU verantwortlich für das bist, was Du tust oder sagst.
Und mir geht es so, dass ich, wenn ich weiß, dass ich für mein Handeln verantwortlich bin, auch voller Verantwortung handeln MÖCHTE. Das bedeutet, dass ich möchte, dass mein Handeln mit meinen Werten übereinstimmt. Und wenn mein Handeln mit Dir zu tun hat, möchte ich, dass dadurch Werte wie z.B. Respekt, Fürsorge und Wertschätzung zum Ausdruck kommen. Und das dadurch zum Ausdruck kommt, dass Du mir eben nicht egal bist.
Deshalb ist der obige Satz kein Freifahrschein in Richtung Egoismus, sondern bringt mich im Gegenteil in Kontakt mit meiner Menschlichkeit und meiner sozialen Natur.

Verantwortung - wer ist verantwortlich, wenn wir uns streiten?


In Seminaren höre ich oft bezogen auf eine Streitsituation bzw. überhaupt schwierige Situation:
"ja, ich würde ja gern einen wertschätzenden Umgang, aber die/der andere ja nicht! Und es sind beide zu 50 Prozent verantwortlich. Es geht also nur, wenn beide mitmachen."
Eigentlich geht es bei einer solchen Aussage gar nicht um Verantwortung, sondern um Schuld: wer ist schuld daran, dass wir uns gegenseitig anschreien. Wir sind voll in der Wolfswelt, aus der wir ja gerade rauswollen.
Ich denke, dass man sich prima hinter einer solche Aussage verstecken kann. Man gibt Macht und Verantwortung ab und liefert sich der ablehnenden Haltung und dem Unverständnis der anderen Person aus.
"Ich kann ja nichts machen. Die/der andere zieht ja nicht mit."
So wird es nie eine Veränderung geben. Wir machen uns zum Opfer und geben der anderen Person die Schuld.
An dieser Stelle hilft es mir zu sagen, dass ICH verantwortlich bin für die Qualität meiner Beziehungen mit anderen Menschen. Wenn ich mir einen respektvollen Umgang untereinander wünsche, kann ich versuchen, das umzusetzen und respektvoll handeln. Damit gestalte ich meine Beziehungen verantwortlich in meinem Sinne. Ich trete aus dem Schulddenken heraus und bin in Kontakt mit meinen Bedürfnissen.
Und wenn ich mich mit jemandem streite, dann ist es nie, weil mich die andere Person dazu zwingt, sondern, weil ich mich dafür entscheide: weil ich nicht stehen lassen möchte, was sie sagt - weil ich das nicht so stehen lassen kann! -  (es ist falsch! - oder (z.B.) respektlos!).
Und dann streite ich mich eben. Vielleicht ist das sogar das beste, was ich gerade für mich tun kann: mich zu streiten. 
Nur ist es gut (weil es mir Freiheit und Macht gibt), mich daran zu erinnern, dass ich selber das gerade so will.